Schultergelenkmodell neben einem Tablet mit Ultraschallbild, ein Pfeil markiert eine Auffälligkeit; rechts ein Ultraschallgerät

Kalkschulter & Impingement: Diagnose in München

Gelenke & Allgemeine OrthopädieAktualisiert am 14. August 2026

Auf einen Blick: Die präzise Diagnose von Kalkdepots und Impingement-Syndromen ist die fundamentale Voraussetzung für eine gezielte und erfolgreiche Schulterbehandlung. Durch die Kombination aus klinischen Funktionstests und hochauflösender Bildgebung lassen sich die Ursachen Ihrer Schmerzen im Gelenk exakt lokalisieren und differenzieren. Im ORTHOSPINUM in München begleiten wir Sie mit langjähriger Expertise auf dem Weg von der ersten Untersuchung bis zur individuell abgestimmten Therapie.

Sie möchten nach einem Gegenstand im obersten Regal greifen oder sich nachts einfach nur auf die Seite drehen – und plötzlich schießt ein stechender Schmerz in Ihre Schulter. Solche Beschwerden begegnen mir in der Praxis täglich, doch die eigentliche Ursache bleibt ohne eine strukturierte Untersuchung oft unklar. Ob ein Kalkdepot die Sehne reizt oder ein Engpass unter dem Schulterdach die Bewegung blockiert, lässt sich nur mit einem durchdachten diagnostischen Vorgehen zuverlässig klären.

Kalkdepots und subakromiales Impingement verstehen

Bevor wir über Behandlungsmöglichkeiten sprechen, müssen wir zunächst verstehen, was in Ihrer Schulter tatsächlich passiert. Beim subakromialen Impingement – also einem Engpasssyndrom unter dem Schulterdach – wird Gewebe zwischen dem Oberarmkopf und dem knöchernen Schulterdach eingeklemmt. Betroffen sind meist die Supraspinatussehne oder der darüberliegende Schleimbeutel.

Typische Symptome, Auslöser und Risikofaktoren

Viele Patienten beschreiben einen stechenden Schmerz, wenn sie den Arm abspreizen – besonders im Winkelbereich zwischen 60 und 120 Grad. Ebenso typisch sind nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite. Während das Impingement häufig durch anatomische Engen oder muskuläre Dysbalancen entsteht, liegt bei der Kalkschulter (Tendinitis calcarea) eine andere Ursache vor: Hier haben sich Kalkablagerungen in den Sehnen der Rotatorenmanschette gebildet – jener Muskel-Sehnen-Kappe, die das Schultergelenk stabilisiert. Diese Depots können erhebliche Entzündungen auslösen, vor allem dann, wenn der Körper versucht, den Kalk selbstständig abzubauen.

Warum die exakte Diagnose den Therapieerfolg bestimmt

Ohne eine sorgfältige Unterscheidung besteht die Gefahr, dass Patienten langwierige Therapien durchlaufen, die nicht an der eigentlichen Ursache ansetzen. Ein Kalkdepot spricht beispielsweise häufig gut auf eine Stoßwellentherapie an, während ein rein mechanisches Impingement eher von gezielter Physiotherapie oder einer Infiltration – also dem gezielten Einspritzen eines Wirkstoffs – profitiert. Eine Verwechslung kostet wertvolle Zeit und verlängert die Schmerzphase unnötig.

Zuverlässige Diagnostik: Schritt für Schritt in München

Im ORTHOSPINUM folgen wir einem strukturierten Ablauf, damit kein Detail übersehen wird. Moderne Technik spielt dabei eine wichtige Rolle, doch das persönliche Gespräch und die körperliche Untersuchung bilden das Fundament jeder guten Diagnose.

Anamnese, Funktionsprüfung und Provokationstests

Am Anfang steht die Anamnese – die ausführliche Befragung zu Ihrer Krankengeschichte. Wann treten die Schmerzen auf? Gab es ein auslösendes Ereignis? Danach folgen gezielte Provokationstests, mit denen wir die Schmerzquelle eingrenzen:

  • Neer-Test: Der Arm wird passiv angehoben, um den Raum unter dem Schulterdach gezielt zu verengen und eine Schmerzreaktion zu prüfen.
  • Hawkins-Kennedy-Test: Durch eine Innenrotation des gebeugten Arms lässt sich feststellen, ob im Engpassbereich Schmerzen entstehen.
  • Painful Arc: Wir beobachten, in welchem Winkelbereich beim Anheben des Arms der Schmerz am stärksten ist.
  • Jobe-Test: Dieser Test prüft gezielt die Kraft und Schmerzhaftigkeit der Supraspinatussehne.

Ein besonders wertvolles Werkzeug ist darüber hinaus der diagnostische Injektionstest. Dabei wird ein lokales Betäubungsmittel in den Raum unter dem Schulterdach gespritzt. Verschwinden die Beschwerden daraufhin nahezu vollständig, gilt die Diagnose eines Impingements als klinisch gesichert.

Bildgebung zielgerichtet einsetzen

Die Bildgebung ergänzt die klinische Untersuchung und untermauert den Verdacht:

  • Ultraschall (Sonografie): Im ORTHOSPINUM ist der hochauflösende Ultraschall häufig das Mittel der ersten Wahl. Sein großer Vorteil: Die Untersuchung erfolgt dynamisch – wir können also in Echtzeit beobachten, wie die Sehne unter dem Schulterdach gleitet, während Sie den Arm bewegen. Kalkdepots lassen sich dabei in der Regel hervorragend darstellen.
  • Röntgen: Ein klassisches Röntgenbild der Schulter in mehreren Ebenen ist unverzichtbar, um die Form des Schulterdachs zu beurteilen und Lage sowie Dichte von Kalkdepots genau zu dokumentieren.
  • MRT (Magnetresonanztomografie): Eine MRT-Untersuchung wird dann sinnvoll, wenn der Verdacht besteht, dass Sehnen bereits geschädigt oder gerissen sind. Sie bietet die detaillierteste Darstellung der Weichteile, ist aber nicht bei jeder Kalkschulter von Anfang an zwingend erforderlich.

Was wir sicher ausschließen

Schulterschmerz ist nicht gleich Schulterschmerz. Im Rahmen der sogenannten Differenzialdiagnose müssen wir andere mögliche Ursachen systematisch ausschließen, um Fehlbehandlungen zu vermeiden.

Rotatorenmanschettenriss, Bursitis und weitere Pathologien

Ein Riss der Sehnen kann ganz ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Impingement, erfordert aber häufig ein völlig anderes therapeutisches Vorgehen. Auch eine isolierte Bursitis (Schleimbeutelentzündung) oder Veränderungen am AC-Gelenk (Schultereckgelenk) müssen abgegrenzt werden. Darüber hinaus können Probleme mit der langen Bizepssehne in den vorderen Schulterbereich ausstrahlen und das Bild zusätzlich verkomplizieren.

Frozen Shoulder und zervikale Ursachen

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zur Frozen Shoulder – einer schmerzhaften Kapselentzündung, bei der das Gelenk zunehmend einsteift. Anders als beim Impingement ist hier die Beweglichkeit in alle Richtungen eingeschränkt, nicht nur bei Überkopfbewegungen. Zudem werfen wir immer auch einen Blick auf die Halswirbelsäule: Nervenreizungen im Nackenbereich können Schmerzen verursachen, die sich täuschend echt wie ein Schulterproblem anfühlen.

Von der Diagnose zur Behandlung

Sobald die Diagnose feststeht, entwickeln wir im ORTHOSPINUM gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Stufenplan. Unser oberstes Ziel ist es dabei, Ihnen ohne Operation zu helfen.

Individuelles Vorgehen bei Kalkschulter und Impingement

In den meisten Fällen beginnen wir mit einer konservativen Basisversorgung. Dazu gehören entzündungshemmende Maßnahmen, Akupunktur oder eine gezielte Physiotherapie, die darauf abzielt, den Oberarmkopf besser im Gelenk zu zentrieren. Bei Kalkdepots kann die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) die Durchblutung fördern und den Körper dabei unterstützen, den Kalk nach und nach abzubauen.

Wann weiterführende Maßnahmen sinnvoll sind

Reichen die Basismaßnahmen nicht aus, erweitern wir die Therapie behutsam um interventionelle Verfahren – etwa bildgebungsgesteuerte Injektionen. Erst wenn alle konservativen Möglichkeiten über einen angemessenen Zeitraum ausgeschöpft sind und ein hoher Leidensdruck fortbesteht, bespreche ich mit Ihnen operative Optionen. Falls dieser Schritt notwendig wird, führe ich den Eingriff als Belegarzt in der Regel minimalinvasiv (arthroskopisch) durch – sei es, um ein Kalkdepot zu entfernen oder den Raum unter dem Schulterdach zu erweitern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie werden Kalkdepots und ein subakromiales Impingement voneinander unterschieden? Die Unterscheidung gelingt vor allem durch die Bildgebung. Das Impingement beschreibt eine mechanische Enge oder Funktionsstörung, während sich die Kalkschulter durch sichtbare Calciumdepots in den Sehnen zeigt – erkennbar im Röntgenbild oder Ultraschall.

Reicht ein Ultraschall aus oder brauche ich ein MRT für eine zuverlässige Diagnose? In vielen Fällen liefern ein hochauflösender Ultraschall und ein Röntgenbild zusammen bereits eine sehr hohe Diagnosesicherheit für Kalkdepots. Ein MRT wird meist dann ergänzt, wenn der Verdacht auf Sehnenrisse oder verborgene Entzündungen im Gelenkinneren besteht.

Welche Röntgen-Aufnahmen sind bei Verdacht auf Kalkschulter sinnvoll? Standardmäßig werden Aufnahmen in mindestens zwei Ebenen angefertigt, häufig ergänzt durch eine sogenannte „Outlet-View“-Aufnahme. Sie ermöglicht es, die Form des Schulterdachs und den verfügbaren Raum für die Sehnen besonders genau zu beurteilen.

Was bringt ein Injektionstest mit Lokalanästhetikum für die Diagnosesicherheit? Dieser Test hat eine hohe Aussagekraft: Verschwinden die Schmerzen nach der Gabe des Betäubungsmittels in den subakromialen Raum, wissen wir mit großer Sicherheit, dass die Ursache der Beschwerden genau dort liegt – und nicht etwa von der Halswirbelsäule ausgeht.

Wie zuverlässig sind Neer- und Hawkins-Kennedy-Test wirklich? Beide Tests gelten als sehr sensibel – sie erkennen also fast jedes Impingement. Allerdings sind sie nicht besonders spezifisch, das heißt, sie können auch bei anderen Schulterproblemen positiv ausfallen. Genau deshalb ist die Kombination mit Ultraschall und Röntgen so wichtig für eine verlässliche Diagnose.

Ihr Weg zu einer schmerzfreien Schulter

Haben Sie anhaltende Schulterschmerzen oder wurde bei Ihnen bereits die Diagnose Kalkschulter gestellt und Sie suchen nach einer klaren therapeutischen Linie? Eine präzise Diagnose ist der erste und wichtigste Schritt zurück in einen schmerzfreien Alltag. Gerne untersuche ich Sie persönlich und ausführlich in meiner Praxis im Herzen Münchens.

Dr. med. Oliver Oetke, Honorary Professor of Tashkent State Medical University, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Schwerpunkt konservative und operative Wirbelsäulentherapie

Ihr Spezialist für konservative Gelenktherapie und Wirbelsäulentherapie in München.

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