Wirbelsäulenmodell auf einem Tisch, daneben ein Leuchtkasten mit MRT-Aufnahmen der Lendenwirbelsäule, auf die eine Hand mit einem Stift zeigt

Facettensyndrom München: Radiofrequenztherapie

WirbelsäuleAktualisiert am 14. August 2026

Auf einen Blick: Die Radiofrequenztherapie (RFA) ist ein minimalinvasives Verfahren zur langfristigen Schmerzlinderung bei chronischem Facettensyndrom (Verschleiß der Wirbelgelenke). Durch die gezielte thermische Unterbrechung der Schmerzleitung können Patienten oft eine mehrmonatige oder gar jahrelange Beschwerdefreiheit erreichen, ohne dass eine große Operation notwendig ist. Im ORTHOSPINUM in München begleiten Dr. med. Oliver Oetke und sein Team Sie von der präzisen Diagnostik über den Testblock bis hin zur Durchführung dieser modernen Schmerztherapie.

Morgens mit steifem Rücken aufwachen, nach längerem Stehen ein ziehender Schmerz im Kreuz, der beim Zurückbeugen schlimmer wird – viele Menschen kennen diese Beschwerden nur zu gut. Häufig steckt ein Facettensyndrom dahinter, also eine Abnutzung der kleinen Wirbelgelenke. Wenn Physiotherapie und herkömmliche Schmerzmittel irgendwann nicht mehr ausreichen, stellt sich eine zentrale Frage: Muss ich mit dem Schmerz leben, oder gibt es eine Alternative zur Operation? Die Radiofrequenztherapie der Facettengelenke kann genau diese Lücke zwischen konservativer Behandlung und chirurgischem Eingriff schließen.

Was ist die Radiofrequenztherapie der Facettengelenke?

Die Radiofrequenztherapie – in der Fachsprache auch als Facetten-Denervierung oder Thermokoagulation bekannt – ist ein interventionelles Schmerzverfahren. Ihr Ziel ist es nicht, den Verschleiß selbst rückgängig zu machen, denn das ist biologisch kaum möglich. Stattdessen unterbricht sie gezielt die Übertragung der Schmerzsignale vom betroffenen Gelenk zum Gehirn.

So funktioniert die Denervierung der medialen Äste

Jedes Facettengelenk wird von winzigen Nervenästen versorgt, den sogenannten Rami mediales. Bei der Radiofrequenztherapie führt der Behandler unter Bildwandlerkontrolle – also unter Live-Röntgen – eine spezielle Sonde an genau diese Nerven heran. Durch hochfrequenten Strom erwärmt sich die Sondenspitze präzise und verödet den schmerzleitenden Nerv lokal. Das Ergebnis: Der Patient spürt das betroffene Gelenk nicht mehr als Schmerzquelle, während Kraft und Gefühl in den Beinen vollkommen unberührt bleiben.

Vorteile und Grenzen gegenüber Infiltration und Operation

Im Vergleich zur Infiltration – dem gezielten Einspritzen eines Wirkstoffs direkt am Gelenk – bietet die RFA eine deutlich längere Wirkdauer. Denn während eine Infiltration oft nur Tage oder wenige Wochen anhält, kann die Radiofrequenztherapie über viele Monate wirken. Gegenüber einer versteifenden Operation wiederum ist sie weitaus schonender: Es entstehen keine Narben im Gewebe, die Erholungszeit ist minimal, und die natürliche Beweglichkeit der Wirbelsäule bleibt vollständig erhalten.

Für wen eignet sich die Methode?

Nicht jeder Rückenschmerz geht von den Facettengelenken aus. Deshalb ist eine sorgfältige Patientenauswahl entscheidend für den Behandlungserfolg.

Geeignete Patientengruppen: Symptome, Bildgebung und Testblock

Die Therapie kommt für Sie infrage, wenn Sie unter chronischen, lokal begrenzten Rückenschmerzen leiden, die sich typischerweise bei Belastung oder Streckung verstärken. Ein besonders wichtiges Kriterium ist der sogenannte diagnostische Facettenblock: Dabei wird eine geringe Menge Lokalanästhetikum gezielt an die betreffenden Nerven gespritzt. Nur wenn Sie daraufhin eine kurzzeitige, aber deutliche Schmerzlinderung verspüren, ist die Radiofrequenztherapie sinnvoll. Dieses Vorgehen orientiert sich strikt an den Leitlinien der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG).

Wann eine RFA nicht infrage kommt

Es gibt Situationen, in denen von einer Radiofrequenztherapie abgeraten werden muss – etwa bei akuten Infektionen im Behandlungsbereich, schweren Gerinnungsstörungen oder wenn die Schmerzen primär durch einen akuten Bandscheibenvorfall mit Nervenkompression verursacht werden. Auch bei sogenannten „Red Flags“ wie Lähmungserscheinungen oder Kontrollverlust über Blase und Darm ist eine sofortige weiterführende Diagnostik und in der Regel ein anderes therapeutisches Vorgehen zwingend erforderlich.

So läuft die Behandlung im ORTHOSPINUM ab

Transparenz und ein sicheres Gefühl für die Patienten stehen in der Praxis an erster Stelle.

Vorbereitung und Diagnostik

Alles beginnt mit einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung durch Dr. Oetke. Falls vorhanden, werden Ihre MRT- oder CT-Aufnahmen gesichtet. Besteht der Verdacht auf ein Facettensyndrom, folgt zunächst der beschriebene Testblock. Erst wenn dieser ein eindeutig positives Ergebnis zeigt, wird der Termin für die eigentliche Radiofrequenztherapie geplant.

Durchführung, Nachsorge und Risiken

Die Behandlung findet ambulant statt und dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

  1. Lagerung: Sie liegen entspannt auf dem Bauch.
  2. Präzision: Unter Durchleuchtung platziert Dr. Oetke die dünnen Sonden millimetergenau an den Zielnerven.
  3. Sicherheitstest: Bevor die Wärme eingesetzt wird, erfolgt eine sensorische und motorische Testung über das Gerät. So wird sichergestellt, dass die Sonde optimal liegt und keine wichtigen motorischen Nerven beeinträchtigt werden.
  4. Verödung: Unter lokaler Betäubung wird der Nerv für etwa 60 bis 90 Sekunden erhitzt.

Nach der Behandlung ruhen Sie sich kurz in der Praxis aus und können dann in Begleitung nach Hause gehen. Auf schwere körperliche Arbeit sollten Sie für zwei bis drei Tage verzichten.

Alternativen, Kombinationen und Kostenübernahme

Die Radiofrequenztherapie ist Teil eines abgestuften Behandlungskonzepts im ORTHOSPINUM.

Konservative und interventionelle Optionen

Bevor eine RFA zum Einsatz kommt, wird häufig zunächst die konservative Basisversorgung ausgeschöpft. Dazu gehören gezielte Physiotherapie zur Stabilisierung der Rumpfmuskulatur sowie Akupunktur. In bestimmten Fällen kann auch die gepulste Radiofrequenztherapie (PRF) eine Option sein – eine sanftere Variante, die den Nerv nicht verödet, sondern in seiner Signalweiterleitung moduliert. Sie eignet sich besonders bei empfindlicheren Nervenstrukturen.

Erstattung durch GKV und PKV

Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Radiofrequenztherapie in der Regel problemlos. Für gesetzlich versicherte Patienten ist das Verfahren im ambulanten Bereich leider oft keine Regelleistung, kann aber im Rahmen einer integrierten Versorgung oder als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) erbracht werden. Dr. Oetke berät Sie hierzu fair und transparent. Die Erfolgsaussichten sind ermutigend: Viele Patienten berichten von einer spürbaren Schmerzreduktion über 6 bis 18 Monate. Da Nerven die Fähigkeit besitzen, sich zu regenerieren, kann das Verfahren bei erneutem Auftreten der Beschwerden problemlos wiederholt werden.

Häufige Fragen zur Radiofrequenztherapie

Woran erkenne ich, ob meine Rückenschmerzen vom Facettengelenk kommen? Typisch ist ein dumpfer, tief sitzender Schmerz im unteren Rücken, der nicht ins Bein ausstrahlt – Fachleute sprechen von pseudoradikulärem Schmerz. Er verstärkt sich häufig beim Hohlkreuz oder beim Drehen des Oberkörpers. Auch morgendliche Anlaufschmerzen und Steifigkeit sind klassische Hinweise.

Tut die Behandlung weh? Welche Betäubung wird eingesetzt? Die Behandlung erfolgt unter lokaler Betäubung. Das Einführen der Sonden ist vergleichbar mit einer normalen Spritze. Während der Erhitzung kann ein kurzzeitiges Druck- oder Wärmegefühl auftreten, das jedoch meist gut toleriert wird. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich.

Wie lange hält die Schmerzlinderung an? Erfahrungsgemäß hält der Effekt zwischen sechs Monaten und zwei Jahren an. Da die kleinen Nervenäste nachwachsen können, kehrt das Schmerzempfinden im Gelenk irgendwann zurück – in diesem Fall lässt sich die RFA sicher wiederholen.

Eignet sich die RFA auch bei einem Bandscheibenvorfall? Nein, die Radiofrequenztherapie der Facettengelenke ist spezifisch für Gelenkschmerzen konzipiert. Bei einem Bandscheibenvorfall kommen andere Verfahren zum Einsatz, etwa die periradikuläre Therapie (PRT) oder – als letzter Schritt – mikroskopische Operationen.

Welche Risiken bestehen? Wie bei jedem Eingriff gibt es allgemeine Risiken wie Infektionen oder kleine Blutergüsse. Durch die präzise Bildgebung und den Sicherheitstest vor der Verödung sind Nervenverletzungen jedoch äußerst selten.

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Haben Sie genug von chronischen Rückenschmerzen, die Ihren Alltag einschränken? Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob die Radiofrequenztherapie Ihrer Facettengelenke der richtige Weg zu mehr Lebensqualität ist. Dr. med. Oliver Oetke erläutert Ihnen den Ablauf und die Erfolgsaussichten gerne in einem persönlichen Gespräch in unserer Praxis in der Münchner Innenstadt.

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Dr. med. Oliver Oetke, Honorary Professor of Tashkent State Medical University Fachärztliche Expertise für Ihre Wirbelsäule im Herzen von München.

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