Injektion Facettengelenk & Nervenwurzel München
Auf einen Blick: Bildgebungsgesteuerte Injektionen ermöglichen eine präzise Behandlung von Rücken- und Beinschmerzen direkt am Ursprungsort der Beschwerden. Durch den Einsatz moderner Bildgebung werden Wirkstoffe zielgenau an Facettengelenke oder Nervenwurzeln platziert, was die Sicherheit erhöht und die Belastung für den Körper minimiert. Im ORTHOSPINUM in München nutzen wir diese Verfahren als wichtigen Bestandteil unseres Stufenkonzepts, um Operationen in vielen Fällen erfolgreich zu vermeiden.
Wenn der Rücken streikt und jeder Schritt zur Qual wird, stellt sich schnell die Frage: Muss es wirklich eine Operation sein? Viele Patientinnen und Patienten, die ins ORTHOSPINUM kommen, haben bereits eine lange Phase mit Schmerzmitteln und Physiotherapie hinter sich – ohne durchgreifende Besserung. Genau in dieser Situation können bildgebungsgesteuerte Injektionen eine wirkungsvolle Brücke zwischen konservativer Behandlung und chirurgischem Eingriff bilden. Doch welches Verfahren kommt für wen infrage?
Kurz erklärt: Verfahren und Vorteile
In der modernen Wirbelsäulentherapie kommt es auf Präzision an. Statt Wirkstoffe ungerichtet in die Muskulatur zu spritzen, nutzen wir im ORTHOSPINUM gezielte Injektionstechniken, die den Schmerz dort erreichen, wo er tatsächlich entsteht.
Zwei Zielgebiete: Facettengelenk und Nervenwurzel
Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Ansätze an der Wirbelsäule. Bei der Facettengelenksinfiltration wird ein Wirkstoff gezielt in oder an die kleinen Wirbelgelenke gespritzt – sie kommt dann zum Einsatz, wenn diese Gelenkkapseln selbst die Schmerzquelle sind. Ein sogenannter Medial Branch Block, also die gezielte Betäubung der feinen Nervenäste, die ein solches Gelenk versorgen, dient häufig als diagnostischer Test: Er zeigt, ob eine spätere Radiofrequenzablation – die dauerhafte Verödung dieser Schmerznerven – Aussicht auf Erfolg hat.
Dem gegenüber steht die periradikuläre Therapie (PRT) beziehungsweise die transforaminale epidurale Injektion (TFESI). Bei diesen Verfahren werden Medikamente direkt an eine gereizte Nervenwurzel oder in den Wirbelkanal gebracht, etwa wenn ein Bandscheibenvorfall die Beschwerden verursacht.
Warum Bildgebung den Unterschied macht
Der Einsatz von Fluoroskopie (einem Röntgen-Live-Bild), CT oder Ultraschall ist der entscheidende Faktor für den Therapieerfolg. Ohne bildgebende Kontrolle besteht ein deutlich höheres Risiko, dass die Nadel nicht optimal platziert wird. Unter Bildsteuerung lässt sich die Nadelspitze dagegen millimetergenau positionieren – das steigert die Wirksamkeit und senkt gleichzeitig das Risiko für Gefäß- oder Nervenverletzungen erheblich. Weiterführende Informationen zu qualitätsgesicherten Injektionstechniken finden Sie auch bei Orthinform.
Indikationen – wann Facettengelenk, wann Nervenwurzel?
Welches Verfahren das richtige ist, hängt eng mit Ihrem individuellen Schmerzbild und den radiologischen Befunden zusammen.
Typische Beschwerdemuster
Ein Facettensyndrom – also der Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke – äußert sich meist durch einen lokalen, eher dumpfen Rückenschmerz. Typisch ist ein sogenannter Morgenschmerz oder eine Zunahme der Beschwerden, wenn man ins Hohlkreuz geht oder den Oberkörper dreht.
Eine Radikulopathie, also eine Nervenwurzelreizung, zeigt dagegen ein anderes Muster: Häufig treten stechende Schmerzen auf, die in das Bein oder den Arm ausstrahlen – entlang eines bestimmten Dermatoms, also jenes Hautbereichs, der von einem einzelnen Rückenmarksnerv versorgt wird. Die Ursache liegt oft in einer mechanischen Bedrängung der Nervenwurzel, etwa durch eine Spinalkanalstenose, eine Verengung des Wirbelkanals.
Wann eine Injektion nicht infrage kommt
Es gibt klare Grenzen für den Einsatz von Injektionen. Bei sogenannten Red Flags – also Lähmungserscheinungen, akuten Störungen der Blasen- oder Mastdarmfunktion oder nach schweren Unfällen ist zunächst eine schnelle bildgebende Diagnostik mit Röntgen, MRT oder CT erforderlich. Zumeist ist in solchen Fällen eine sofortige operative Therapie unumgänglich.
Auch bei unspezifischen Schmerzen ohne passenden Befund im MRT setzen wir Injektionen nur sehr zurückhaltend ein. Unser Anspruch im ORTHOSPINUM ist es, keine Symptome zu überdecken, sondern Ursachen gezielt zu analysieren und dann zielgerichtet zu behandeln.
Ablauf, Wirksamkeit und Risiken
Eine sorgfältige Vorbereitung bildet die Grundlage für eine sichere und erfolgreiche Behandlung.
Von der Vorbereitung bis zur Nachsorge
Vor dem Eingriff bespricht Dr. med. Oliver Oetke mit Ihnen das Gerinnungsmanagement, da bestimmte blutverdünnende Medikamente vorübergehend pausiert werden müssen. Auch gehören Allergien abgeklärt.
Die Injektion selbst erfolgt unter sterilen Bedingungen: Unter Bildkontrolle wird eine feine Kanüle an die betroffenen Wirbel- oder Nervenstrukturen platziert. In der Regel verwenden wir eine Kombination aus einem lokalen Betäubungsmittel, einem entzündungshemmenden Wirkstoff wie Kortison. An die Wirbelgelenke wird ergänzend eine Hyaluronsäure gespritzt, um den Knorpelabrieb und damit den Verschleiß des Gelenkes zu reduzieren. Alternativ kommt zunehmend das körpereigene Blutplasma zur Anwendung. Das Blutplasma erhält immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit, da es körpereigen ist und im Vergleich zum Kortison keine Unverträglichkeiten verursacht. Das Blutplasma drängt nicht nur die Entzündung zurück, sondern regt auch die Regeneration der betroffenen Strukturen, was das Kortison wiederum nicht kann. Nach dem Eingriff bleiben Sie noch für 15 bis 30 Minuten zur Überwachung in unserer Praxis, damit Sie die Praxis wieder sicher verlassen können.
Was Sie an Wirkung und Nebenwirkungen erwarten können
In vielen Fällen spüren Patientinnen und Patienten bereits kurz nach der Injektion eine erste Linderung – bedingt durch das lokale Betäubungsmittel. Die eigentliche entzündungshemmende Wirkung entfaltet sich dann meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen. Wie bei jedem medizinischen Eingriff bestehen gewisse Risiken, darunter Infektionen, Hämatome (Blutergüsse) oder in gelegentlichen Situationen vorübergehende Nervenirritationen.
Bei bildgesteuerten Verfahren treten solche Komplikationen allerdings sehr selten auf. Auch die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft (DWG) unterstreicht regelmäßig die hohe Sicherheit dieser interventionellen Maßnahmen, sofern sie fachgerecht durchgeführt werden.
Alternativen, nächste Schritte und Versorgung in München
Im ORTHOSPINUM folgen wir einem klaren Stufenmodell. Injektionen stehen dabei selten am Anfang der Behandlung, sondern kommen dann zum Einsatz, wenn Medikamente, Physiotherapie, Akupunktur und eine medikamentöse Basisversorgung nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben.
Das Stufenkonzept im ORTHOSPINUM
- Diagnostik: Gründliche klinische Untersuchung und sorgfältige Analyse Ihrer Bilddaten.
- Basis: Konservative Maßnahmen wie Akupunktur oder gezielte Krankengymnastik.
- Intervention: Bildgebungsgesteuerte Injektionen, um den Schmerzkreislauf zu durchbrechen.
- Spezialverfahren: Zeigt ein Medial Branch Block gute Wirkung, kann eine Radiofrequenzablation (RFA) eine langfristige Lösung bieten.
- Operation: Erst wenn alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind oder eine neurologische Gefährdung besteht, wird ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen – den Dr. Oetke als Belegarzt persönlich durchführt.
Kosten und Organisation
Wir behandeln im ORTHOSPINUM sowohl gesetzlich als auch privat versicherte Patientinnen und Patienten. Die Kostenübernahme für bildgesteuerte Injektionen variiert je nach Versicherungsstatus und Verfahren – so wird etwa eine bildgesteuerte PRT bei gesetzlich Versicherten zumeist nicht erstattet. Die privaten Versicherungen übernehmen zu 100% die kosten. Bringen Sie zu Ihrem Termin bitte alle vorhandenen Unterlagen mit, insbesondere aktuelle MRT- oder CT-Bilder auf CD oder mit einem aktuellen QR-Code. Unser Team in der Sendlinger Straße unterstützt Sie gerne bei der Klärung aller Formalitäten.
FAQ: Häufige Fragen zu Wirbelsäuleninjektionen
Brauche ich vor der Injektion zwingend ein aktuelles MRT oder CT? Ja, eine aktuelle Bildgebung ist unverzichtbar. Nur so lässt sich die genaue anatomische Ursache Ihrer Beschwerden identifizieren und die Sicherheit des Eingriffs gewährleisten. Auf dieser Grundlage entscheidet Dr. Oetke, welches Verfahren für Sie am besten geeignet ist.
Wie schnell wirkt die Injektion und wie lange hält die Linderung an? Das lokale Betäubungsmittel wirkt in der Regel sofort und hält für einige Stunden an. Der entzündungshemmende Effekt setzt nach etwa zwei bis fünf Tagen ein. Wie lange die Linderung insgesamt anhält, ist individuell verschieden – die Spanne reicht von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten.
Wie oft kann man die Injektion wiederholen? Üblicherweise streben wir eine Serie von zwei bis drei Injektionen an. Sollte danach keine nachhaltige Besserung eintreten, prüfen wir im Rahmen unseres Stufenmodells alternative Optionen – etwa eine Radiofrequenzablation oder operative Verfahren.
Ist die Prozedur schmerzhaft und kann ich danach selbst Auto fahren? Dank der örtlichen Betäubung wird die Injektion meist nur als kurzer Druck oder kleiner Piks empfunden. Da die verwendeten Betäubungsmittel die Reaktionsfähigkeit vorübergehend einschränken können, sollten Sie nach dem Termin nicht selbst Auto fahren. Planen Sie am besten eine Begleitperson oder ein Taxi ein.
Wann ist nach einem Testblock eine Radiofrequenzablation (RFA) sinnvoll? Wenn ein diagnostischer Medial Branch Block Ihren Schmerz kurzzeitig deutlich reduziert hat, ist das ein klarer Hinweis darauf, dass die Facettengelenke die Schmerzquelle sind. In diesem Fall kann die RFA die versorgenden Nerven langfristig ausschalten und so eine anhaltende Schmerzlinderung ermöglichen.
Ihr Termin im ORTHOSPINUM München
Leiden Sie unter hartnäckigen Rückenbeschwerden oder ausstrahlenden Schmerzen? Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin im ORTHOSPINUM in München – wir prüfen mit Ihnen gemeinsam, ob eine bildgebungsgesteuerte Injektion, eine Radiofrequenzablation oder eine konservative Alternative für Sie die beste Wahl ist.
Dr. med. Oliver Oetke, Honorary Professor of Tashkent State Medical University, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Ihr Spezialist für konservative und operative Wirbelsäulentherapie
Jetzt einen Termin online vereinbaren
Das könnte Sie auch interessieren

SI-Infiltration München: Risiken & Erfolg | ORTHOSPINUM
Sakroiliakalgelenk-Infiltration (SI): Risiken, Nebenwirkungen und Erfolgsaussichten – bildgebungsgesteuert in München Auf einen Blick: Die SI-Infiltration ist ein präzises minimalinvasives Verfahren für Patienten mit Schmerzen im Kreuz-Darmbein-Gelenk, das sowohl…

Dynamische Stabilisierung vs. Versteifung München | Dr. Oetke
Dynamische Stabilisierung vs. Versteifung der Wirbelsäule in München: Indikationen, Vorteile und Entscheidungshilfen Auf einen Blick: Dieser Artikel vergleicht die bewegungserhaltende dynamische Stabilisierung mit der klassischen Versteifungsoperation für Patienten,…

Wirbelkanal erweitern München: Ablauf & Erholung | Dr. Oetke
Auf einen Blick: Dieser Artikel erläutert den Ablauf und die Heilungsphasen einer operativen Dekompression bei einer Spinalkanalstenose für Patienten im Münchner Raum. Sie erfahren, wie moderne mikrochirurgische Verfahren…


