Skoliose & Kyphose Erwachsene München | Dr. med. O. Oetke
Skoliose und Kyphose beim Erwachsenen in München: Diagnose und Therapie
Auf einen Blick: Fehlstellungen der Wirbelsäule wie Skoliose oder Kyphose führen im Erwachsenenalter oft zu chronischen Schmerzen und einer eingeschränkten Lebensqualität. Eine präzise Diagnostik und ein individuell abgestufter Therapieplan können den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Beweglichkeit nachhaltig verbessern. Im ORTHOSPINUM in München bietet Dr. med. Oliver Oetke eine spezialisierte Betreuung an, die von konservativen Ansätzen bis hin zur operativen Korrektur reicht.
Dass Wirbelsäulenverkrümmungen nur Jugendliche betreffen, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Tatsächlich zeigen sich die Folgen einer Skoliose oder Kyphose häufig erst im Erwachsenenalter – etwa wenn der Rücken beim Stehen oder Gehen ungewöhnlich schnell ermüdet, die aufrechte Haltung zunehmend Mühe bereitet oder Schmerzen bis in die Beine ausstrahlen. Vielleicht tragen Sie bereits eine Diagnose aus Ihrer Jugend mit sich, oder Sie bemerken erst jetzt, dass sich Ihre Körperhaltung verändert hat. Im ORTHOSPINUM begleiten wir Sie mit einem klaren Stufenkonzept – damit Sie Stabilität und Lebensqualität zurückgewinnen.
Was genau sind Skoliose und Kyphose – und warum treten sie im Erwachsenenalter auf?
Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule seitlich verkrümmt, wobei sich die einzelnen Wirbelkörper gleichzeitig gegeneinander verdrehen. Eine Kyphose hingegen bezeichnet eine verstärkte Krümmung nach hinten – sichtbar als ausgeprägter Rundrücken. Während leichte Krümmungen oft über Jahre unbemerkt bleiben, können ausgeprägte Formen im Erwachsenenalter erhebliche Beschwerden verursachen.
Ursachen und Formen
Beim Erwachsenen lassen sich im Wesentlichen zwei Verlaufsformen unterscheiden. Die persistierende idiopathische Skoliose besteht bereits seit der Jugend und nimmt im Laufe der Jahre zu, weil altersbedingte Verschleißprozesse die Krümmung verstärken. Davon abzugrenzen ist die degenerative Skoliose – auch de-novo-Skoliose genannt –, die sich erst im reiferen Alter entwickelt, wenn Bandscheiben und Wirbelgelenke ungleichmäßig abnutzen.
Eine verstärkte Kyphose geht häufig auf einen Morbus Scheuermann zurück, eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule in der Jugend. Ebenso können osteoporotische Wirbelbrüche oder Veränderungen nach Unfällen das natürliche Gleichgewicht der Wirbelsäule dauerhaft stören.
Typische Beschwerden, Warnzeichen und Verlauf
Im Erwachsenenalter steht meist der Schmerz im Vordergrund. Er entsteht durch die ständige Fehlbelastung der Muskulatur, der Facettengelenke – das sind die kleinen Wirbelgelenke – und der Bandscheiben. Viele Betroffene schildern, dass ihre Rückenmuskulatur beim Stehen oder Gehen auffallend schnell ermüdet. Besondere Aufmerksamkeit verdienen neurologische Warnzeichen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Kraftverlust in den Beinen, denn sie können auf eine Einengung von Nervenstrukturen hindeuten. Da sich unbehandelte Krümmungen im Alter häufig weiter verschlechtern, ist eine regelmäßige Kontrolle beim Wirbelsäulenspezialist in München sinnvoll.
Diagnose im ORTHOSPINUM: Wie ein präzises Bild entsteht
Eine wirksame Therapie setzt eine sorgfältige Bestandsaufnahme voraus. Dr. Oetke nimmt sich Zeit für das ärztliche Gespräch und die klinische Untersuchung, um sowohl das Ausmaß der Fehlstellung als auch die funktionellen Einschränkungen im Alltag zu erfassen.
Klinische Untersuchung und Messwerte
Ein zentraler Wert ist der sogenannte Cobb-Winkel, der im Röntgenbild den Grad der seitlichen Verkrümmung angibt. Doch die reine Gradzahl erzählt nicht die ganze Geschichte. Mindestens ebenso wichtig ist die sagittale Balance – also die Frage, ob Ihr Körpergewicht noch zentriert über dem Becken ruht oder ob Sie bereits nach vorne oder zur Seite kippen. Ergänzend nutzen wir standardisierte Fragebögen wie den ODI (Oswestry Disability Index), der Ihre Alltagseinschränkungen erfasst, und die VAS (Visuelle Analogskala), die Ihre Schmerzintensität objektiviert.
Bildgebung und Spezialverfahren
Für eine exakte Therapieplanung setzen wir auf modernste Bildgebung. Ein Ganzwirbelsäulen-Röntgen im Stehen ist unverzichtbar, weil es die Statik des gesamten Skeletts abbildet. Eine MRT (Magnetresonanztomographie) liefert darüber hinaus detaillierte Einblicke in den Zustand der Bandscheiben und Nervenstrukturen. Besteht der Verdacht, dass eine Osteoporose – also ein krankhafter Knochenschwund – die Kyphose verursacht, veranlassen wir zusätzlich eine Knochendichtemessung (DXA), um die Stabilität der Wirbelkörper einschätzen zu können.
Konservative Therapie: Stabilisieren, Schmerzen lindern, Funktion verbessern
Im ORTHOSPINUM verfolgen wir das Ziel, eine Operation so weit wie möglich zu vermeiden. Das Stufenmodell von Dr. Oetke setzt daher zunächst konsequent auf konservative Maßnahmen, die die Wirbelsäule stützen und Schmerzen reduzieren.
Physiotherapie und aktives Training
Das Fundament bildet eine spezialisierte Physiotherapie, idealerweise nach dem Schroth-Konzept. Dabei erlernen Sie gezielte Atem- und Kräftigungsübungen, mit denen sich die Wirbelsäule aktiv entdrehen und aufrichten lässt. Ein systematisches Training der Rumpfstabilität und eine alltagstaugliche Haltungsschulung helfen, die Fehlbelastung zu kompensieren. Ergänzend kann eine Ergonomie-Beratung am Arbeitsplatz dazu beitragen, die erreichten Fortschritte im Berufsalltag zu sichern.
Schmerztherapie und Infiltrationen
Reicht Physiotherapie allein nicht aus, kommen medikamentöse Ansätze oder die interventionelle Schmerztherapie zum Einsatz. Dazu zählen Infiltrationen an die Facettengelenke – also das gezielte Einspritzen eines Wirkstoffs – oder eine periradikuläre Therapie (PRT), bei der das Medikament direkt an die betroffene Nervenwurzel gebracht wird. Beide Verfahren führen wir unter bildgebender Kontrolle durch, um höchste Präzision zu gewährleisten. In akuten Schmerzphasen können zeitlich begrenzt auch Orthesen – stützende Korsetts – für Entlastung sorgen. Beim Erwachsenen ersetzen sie allerdings nicht die eigene Muskulatur als langfristige Stütze.
Operation: Nur bei klarer Indikation
Wenn die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und die Schmerzen die Lebensqualität massiv einschränken oder neurologische Ausfälle drohen, besprechen wir im ORTHOSPINUM operative Optionen – offen und auf Augenhöhe.
Indikationen und Techniken
Ein Eingriff kommt dann infrage, wenn die Fehlstellung deutlich fortschreitet oder die Gesamtstatik des Körpers zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät. Dr. Oetke führt als erfahrener Belegarzt unter anderem Spondylodesen durch – Versteifungsoperationen, bei denen betroffene Wirbelsäulensegmente korrigiert und mit Schraube-Stab-Systemen stabilisiert werden. Bei schweren Verkrümmungen können Korrekturosteotomien erforderlich sein, also gezielte Knochendurchtrennungen, um die Wirbelsäule neu auszurichten. Bei osteoporotisch bedingten Wirbelbrüchen kommt häufig die Kyphoplastie zum Einsatz, ein Verfahren, bei dem der eingebrochene Wirbelkörper mithilfe von Knochenzement wieder aufgerichtet wird.
Rehabilitation und Zweitmeinung
Eine Wirbelsäulenoperation bei Skoliose oder Kyphose erfordert eine sorgfältige Nachsorge. Die erste Mobilisation erfolgt in der Regel bereits am Tag nach dem Eingriff, und eine anschließende stationäre oder ambulante Rehabilitation ist entscheidend, um die neue Statik dauerhaft zu festigen. Wann die Rückkehr in den Beruf möglich ist, hängt stark von der körperlichen Belastung ab und wird individuell mit Ihnen geplant. Falls Sie bereits eine OP-Empfehlung von einer anderen Klinik erhalten haben, bietet Ihnen Dr. Oetke gerne eine fundierte Zweitmeinung vor einer geplanten Operation an, damit Sie alle Optionen transparent abwägen können.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Skoliose und Kyphose beim Erwachsenen?
Die Skoliose ist eine seitliche Verbiegung mit Verdrehung der Wirbel, während die Kyphose eine übermäßige Krümmung nach hinten (Rundrücken) darstellt. Beide können kombiniert auftreten und die Statik des Körpers beeinträchtigen.
Kann sich eine Skoliose im Erwachsenenalter noch verschlechtern?
Ja. Insbesondere degenerative Prozesse an den Bandscheiben und Gelenken können dazu führen, dass die Krümmung weiter zunimmt. Bei ausgeprägten Kurven liegt die jährliche Progressionsrate teilweise über einem Grad pro Jahr.
Ab welchem Cobb-Winkel ist eine Behandlung sinnvoll?
Die Entscheidung richtet sich weniger nach der reinen Gradzahl als nach Ihren Beschwerden. Als Orientierung gelten Kurven ab etwa 20–25 Grad Cobb-Winkel als behandlungsrelevant – vor allem dann, wenn sie Schmerzen verursachen oder das Gleichgewicht des Körpers stören.
Helfen Übungen nach Schroth auch Erwachsenen?
Ja. Zwar lässt sich die knöcherne Struktur beim Erwachsenen in der Regel nicht mehr dauerhaft begradigen, doch das Training nach Schroth kann die Fehlhaltung muskulär stabilisieren und die Schmerzbelastung deutlich senken.
Macht ein Korsett bei Erwachsenen Sinn?
Ein Korsett dient beim Erwachsenen in erster Linie der Schmerzlinderung und Entlastung in besonders belastenden Phasen. Anders als bei Kindern und Jugendlichen führt es nicht mehr zu einer dauerhaften Begradigung der Wirbelsäule.
Ihr Weg zu mehr Stabilität: Termin im ORTHOSPINUM vereinbaren
Haben Sie Fragen zu Ihrer Wirbelsäulenform oder leiden Sie unter anhaltenden Rückenschmerzen? Eine frühzeitige und exakte Diagnose ist der Schlüssel zur Erhaltung Ihrer Mobilität. Dr. med. Oliver Oetke berät Sie im ORTHOSPINUM in München persönlich und auf Augenhöhe über alle modernen Therapieoptionen – von der spezialisierten Physiotherapie bis hin zu minimalinvasiven chirurgischen Verfahren.
Lassen Sie Ihre Beschwerden fachkundig abklären und vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin online im ORTHOSPINUM. Wir freuen uns darauf, Sie in unserer Praxis in der Münchner Altstadt begrüßen zu dürfen.
Dr. med. Oliver Oetke, Honorary Professor of Tashkent State Medical University
ORTHOSPINUM München
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